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Strukturierte Offenlandschaft als Lebensraum für große Artenvielfalt

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Eine große Zahl der Artenvielfalt sowie speziell der heimischen Vogelarten besiedelt offene, durch Gräser und Kräuter dominierte Lebensräume. Zu diesen Offenlandcharakterarten zählen in der Avifauna u. a. die besonders auf Agrarflächen verbreitete Feldlerche sowie die seltenere Wachtel und das Braunkehlchen. Mit der Erhöhung des Anteils von höheren, vertikalen Vegetationsstrukturen, z. B. Gebüschen, Hecken oder Feldholzinseln sowie weiteren Kleinstrukturen wie Säume und Kleingewässer, nimmt die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten in der Agrarlandschaft deutlich zu (Abb. 1). Neben den Offenlandarten treten dann „Strukturarten“ wie z. B. der Neuntöter und verschiedene Grasmückenarten stärker in Erscheinung.

Abb. 1: Fläche der Kleinstrukturen in der Agrarlandschaft in Beziehung zur Artenvielfalt der Tiere und Pflanzen (Kretschmer & Hoffmann 1997)

 


 

Intensive landwirtschaftliche Nutzungen wirken vielfach negativ auf Agrarvogelarten

Landwirtschaftliche Nutzungen, die durch ihre wirtschaftlich orientierten Maßnahmen unmittelbar Einfluss auf die Art und Zusammensetzung der Vegetationsstrukturen nehmen, haben außerordentlich große Auswirkungen auf die Vielfalt der Avifauna sowie die Häufigkeit und Verbreitung der einzelner Vogelarten in der Agrarlandschaft. Die früher wesentlich weniger intensiven Nutzungen waren u. a. durch einen großen Flächenanteil zeitweilig nicht genutzter Agrarflächen, den Brachen zur Regeneration der Bodenfruchtbarkeit, gekennzeichnet. Sie boten daher für Vogelarten oftmals wesentlich günstigere Lebensraumbedingungen. Außerdem waren die Kulturpflanzenbestände u. a. infolge geringerer Düngermengen, dem Fehlen von chemischen Kulturpflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln sowie noch nicht so effizienten Bewirtschaftungstechnologien floristisch und faunistisch über das gesamte Jahr hin betrachtet viel artenreicher. Daher besteht heute für viele Vogelarten der Agrarlandschaft in den meisten Gebieten akuter Nahrungsmangel. Zudem sind die Vegetationsstrukturen der Intensivkulturen überwiegend viel zu dicht, um z. B. im Flug aus der Luft oder durch Fortbewegung am Boden entsprechende Nahrungsquellen erschließen zu können. Häufig ist aber auch der Flächenanteil naturnaher Kleinstrukturen zu gering, um die für viele Vogelarten erforderlichen Habitatansprüche zu erfüllen. Heute sind daher eine Reihe der früher verbreiteten Agrarvogelarten wie das Rebhuhn, der Steinschmätzer und die Haubenlerche so selten, dass es schon einiges Glück bedeutet, diese Arten in der Brutzeit antreffen zu können.


 

Projektarbeiten in der Agrarlandschaft und Ergebnisse der Arbeiten

Zur Ermittlung der Auswirkungen von landwirtschaftlichen Nutzungen und der Erarbeitung von geeigneten Methoden für den Vogelschutz werden gezielte avifaunistische Erhebungen in der Agrarlandschaft durchgeführt, Daten analysiert und für Publikationen und Vorträge aufbereitet. Damit wird ein Beitrag zur Verbesserung der Lebensraumbedingungen für Agrarvögel angestrebt.
Besondere Forschungsaktivitäten bestehen zu diesem Aufgabenfeld neben den eigenen, teils langjährigen Felderfassungen in der Mitarbeit an regionalen und nationalen Forschungsprojekten. Umfangreiche Arbeiten erfolgten z. B. durch Mitglieder des Vereins im Rahmen eines zweijährigen Forschungsprojektes (2009 bis 2011), das durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Auftrag gegeben wurde. Darin wurden u. a. die Siedlungsdichten (Abundanzen) wichtiger Indikatorvogelarten, z. B. von Feldlerche, Grauammer, Braunkehlchen und Heidelerche, in Ackerbaugebieten der Region ermittelt und an der Ausarbeitung von Empfehlungen für ackerbauliche Nutzungen mit Integration von Vogelschutz- und Biodiversitätszielen gearbeitet. Informationen darüber finden sich in Hoffmann, J., G. Berger, I. Wiegand, U. Wittchen, H. Peffer, J. Kiesel, F. Ehlert (2011): Bewertung und Verbesserung der Biodiversität leistungsfähiger Nutzungssysteme in Ackerbaugebieten unter Nutzung von Indikatorvogelarten. Kurz: Biodiversität in Ackerbaugebieten. ZALF / JKI – Bericht für BLE / BMELV, 6/2011: 213 S. und Anlagen. Weitere Ergebnisse sind im Literaturverzeichnis der Internetseite aufgeführt.

Anmeldung

Informationen zum Verein

Anschrift
Ornithologie und Vogelschutz Märkische Schweiz e.V.
Am Mühlenfließ
15377 Waldsieversdorf

Vorsitzender
Dr. agr. Dr. rer. nat. Jörg Hoffmann

Webseite
www.vogelschutz-maerkische-schweiz.de